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Zero as a special price

September 27, 2008

Die Preispolitik ist wohl eher ein emotionales als rationales Marketinginstrument und verdoppelt damit meiner Ansicht nach den ohnehin enorm hohen Stellenwert dieses Instrumentes innerhalb des Marketing-Mix.

Kristina Shampan and Dan Ariely vom MIT untersuchten die Wirkung bei Menschen teuer vs. günstig und den Effekt bei einer Preisreduktion („How Small is Zero Price? The True Value of Free Products“. Marketing Science. Vol. 26, No. 6, 742 – 757).

Passanten wurden 2 Produkte angeboten. Einmal von Lindt, für 15 Cent das Stück und von Schokolade von Hershey, 1 Cent pro Stück. Über 70 % entschieden sich für Lindt. Anschliessend wurde der Preis beider Produkte um 1 Cent reduziert. Lindt wurde für 14 Cent pro Stück und Hershey gratis angeboten. Das Ergebnis kehrte sich: knapp 70 % wollten nun die Schokolade von Hershey.

In seinem Buch „Denken hilft zwar, nützt aber nichts“ thematisiert der amerikanische Verhaltensökonom Ariely das Konsumentenverhalten.

Preisfrage

August 20, 2008

Im jahrelangen Boom vernachlässigt, ist die Preispolitik plötzlich entscheidend geworden für den Unternehmenserfolg. Ob Dienstleister, Investitions- oder Konsumgüterproduzent: Kein Unternehmen kann die massiven Kostensteigerungen bei Stahl, Strom oder Öl mehr wegsparen. Kein Effizienzprogramm schützt das Management vor der entscheidenden Frage: Wie viel darf ich nehmen, ohne den Kunden zu vergraulen?

Ein Beitrag von Markus Fasse, Handelsblatt

Was machen, wenn in stagnierenden Märkten, mit erhöhten Kosten, passable Börsenergebnisse zu realiseren sind. Fakt ist, Preiserhöhungen sind in wettbewerbsintensiven Branchen kaum durchzusetzen, insbesondere wenn die Konkurrenten weiter auf Verdrängung und Marktanteile setzen.

Mit dem Abschwung steht der Wirtschaft ein Paradigmenwechsel ins Haus, weg vom reinen Marktanteilsdenken, hin zur Gewinnorientierung. Preis- und Kapazitätsmanagement gewinnen an Bedeutung.

Monopolistische Preispolitik verstärkt Chinesische Energiekrise

August 15, 2008

Im 1. Halbjahr 2008 lag in China die Nachfrage nach Strom weiter bei Wachstumsraten von über 10%. In der Sommerhitze, wenn viele Klimaanlagen laufen, ist sie jeweils besonders hoch.

Zu den wichtigsten Ursachen der Energieverschwendung gehört, dass die Preise für Strom immer noch staatlich (und für verschiedene Kategorien von Abnehmern sehr unterschiedlich) festgesetzt werden. Sie setzen nicht nur zu wenig Anreize zum Energiesparen, weil sie zu günstig sind, sondern es kommt immer wieder zu Preisverzerrungen, welche den Energielieferanten jede Motivation zur Produktion nehmen. Die weltweiten Rohstoffpreiserhöhungen und die Schliessung von gefährlichen Kohleminen in China haben seit Jahresanfang zu einem Anstieg der Kohlepreise von bis zu 80 % geführt. Rund drei Viertel aller Elektrizität wird im Reich der Mitte mit Kohle produziert. Je mehr nun die Werke Strom generieren, indem sie frei eingekaufte Kohle verbrennen, umso grösser werden ihre Verluste.

Die chinesischen Behörden haben zwar im Juni einer Strompreiserhöhung von im Schnitt rund 5 % zugestimmt, doch reicht dies lange nicht aus, um den Anstieg der Kohlepreise auszugleichen.

Die Reform- und Entwicklungskommission (das ehemalige Planungsministerium), welche im Wesentlichen für die Energiepreispolitik zuständig ist, hat derweil begonnen, Höchstpreise für Kohlelieferungen an Stromwerke festzusetzen. Wo diese durchgesetzt werden, nehmen sie den Kohleproduzenten die Anreize, Kraftwerke zu beliefern. Prompt mahnt nun die Reform- und Entwicklungskommission, dass bei vielen Stromproduzenten die Kohlevorräte in den letzten Wochen unter ein kritisches Niveau gefallen seien, und hält fest, dass dringend wieder mehr Kohle produziert werden müsse.

Statt das grundsätzliche Energieproblem mit marktwirtschaftlichen Methoden anzugehen, scheinen Chinas Energiepolitiker derzeit trotz allem guten Willen dieses mit willkürlichen, marktwidrigen Massnahmen eher noch zu verschlimmern.

Quelle: NZZ Online, 14.0808