Archiv für 'Marketingstrategie'Kategorie

Lidl’s Big Bang

August 19, 2008

Lidl sollte eigentlich bereits vor 3 Jahren in den Schweizer Markt eintretten. Doch bisher; nichts. Wie der Züricher Oberländer berichtet soll es nun Anfang 2009 soweit sein.

Ein Experte spricht dort von der Big Bang Strategie. So will Lidl im Gegensatz zum Hauptwettbewerber Aldi den Markteintritt nicht Schritt für Schritt realisieren, sondern auf einen Schlag 15 bis 20 Filialen eröffnen.

Im ZO heisst es: «Ein Markteintritt als Nummer zwei würde keinen Sinn machen, wenn es tröpfchenweise vonstattengeht», erklärt Kosanke den Grund für die «Big-Bang-Strategie» von Lidl. Das leere Ladenlokal in Wetzikon steht stellvertretend für diese Strategie. Damit eine solche Strategie aufgeht, muss vor allem die Logistik einwandfrei funktionieren. Und in diesem Bereich ist man bei Lidl noch nicht so weit. Das Logistikzentrum in Frauenfeld befindet sich noch im Bau. Auch scheint noch unklar, welche Schweizer Lieferanten für Lidl liefern sollen. Kosanke, der immer noch Kontakte zu Lidl pflegt, vermutet auch, dass man bei der Personalrekrutierung noch nicht so weit sei, um schon in Kürze erste Filialen zu eröffnen.

Imagedilemma und Probleme bei Marketingpositionierung belasten Nokia

August 14, 2008
Nokia verliert laut Studie bald den Anschluss (Foto: pixelio.de, erysipel)

In der Gruppe der Unter-30-Jährigen verdrängt Sony Ericsson den ehemals uneingeschränkten Spitzenreiter Nokia von der Rangliste der beliebtesten Handymarken.

Zu diesem Fazit gelangt die „Handymarkt Timescout Jugendstudie“ des Marketingspezialisten und Marktforschers T-Factory http://www.tfactory.com.

Demnach konnte sich im Vorjahresverlauf Sony Ericsson, sowohl was die Nutzung als auch die Sympathiewerte anbelangt, nach und nach an Nokia herantasten. Als Hauptursache für diese Marktverschiebung führen die Insider die im Januar dieses Jahres seitens des finnischen Unternehmens verlautbarte Schließung des Nokia-Werks in Bochum an.

„Sony Ericsson hat sich in der letzten Zeit marketingtechnisch deutlich besser positioniert. Vor allem konnte man sich durch ein ausgeklügeltes Jugendkultur-Sponsoring besser in Szene setzen, sodass Nokia vor allem bei den Jüngeren nun aufpassen muss, den Anschluss nicht zu verlieren“, sagt T-Factory-Sprecher Philipp Ikrath gegenüber pressetext.

Der Erhebung nach setzten sich die imagebedingten Verluste für Nokia und die resultierenden Zugewinne für Sony Ericsson aus 2007 nun auch im ersten Geschäftshalbjahr fort. Dies lässt T-Factory darauf schließen, dass auch produkt- und kommunikationspolitische Gründe ausschlaggebend sein dürften. Wie die Untersuchung zeigt, gelang es Sony Ericsson bei den Handynutzerzahlen in nur zwei Jahren, den Anteil um 15 Prozent kontinuierlich zu erhöhen. Parallel zu dieser Wachstumsentwicklung verloren die Finnen hingegen rund fünf Prozent bei den jüngeren Konsumenten. Trotz der Zugewinne und Verluste spielen beide Hersteller nach wie vor in der gleichen Liga. Marktkonkurrenten wie Samsung, Motorola oder LG liegen bei stagnierenden Marktanteilen hingegen weiterhin außer Reichweite. Ähnlich der Entwicklung bei den Handynutzerzahlen gestaltet sich auch die Lage hinsichtlich der Markensympathie.

Während Sony Ericsson seine Sympathiewerte über zwei Jahre hinweg peu à peu verbessern und letztlich auf einem hohen Niveau stabilisieren konnte, stagnierten die Werte von Nokia und brachen 2008 relativ stark ein. Die Daten verdeutlichen den Absturz. Im Zeitraum von Dezember 2007 bis Juni 2008 verlor das Unternehmen zehn Prozentpunkte im Bereich der Sympathie. Ein genauer Blick auf die Nutzungs- und Sympathiedaten zeigt, dass der entscheidende Vorteil von Sony Ericsson in der starken Verankerung bei den ganz jungen Konsumenten, speziell bei den unter 20-Jährigen liegt. Bei den 30- bis 39-Jährigen ist Nokia dagegen in der Mehrheit vertreten. Da 50 Prozent der 15- bis 19-Jährigen Sony Ericsson als sympathische Marke sehen, und nur knapp über 30 Prozent der jungen Anwender Nokia diese Bewertung ausstellen, scheint das Joint Venture der Studie nach zumindest vorrübergehend die Schlacht um die Jungkonsumenten gewonnen zu haben.

„Ausschlaggebend für den Siegeszug Sony Ericssons ist laut den Usern vor allem, dass man sich auf Multi-Media-Handys konzentriert hat. Nokia hat sich dagegen zu stark auf die Weiterentwicklung seiner Computerplattformen konzentriert, die viele Kunden als Zusatzfeatures uninteressant finden“, sagt Ikrath auf Nachfrage von pressetext. Zudem orientiere sich Sony Ericsson bei dem Design der Geräte eher an der Ästhetik der aktuellen Club-Kultur, während Nokia im Hip-Hop-Segment und damit in bildungsferneren Schichten hängen bleibt. „Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass Sony seit den 1980er-Jahren auf eine große Erfahrung im Bereich der Unterhaltungselektronik zurückgreifen kann. Dieser Markt- und Wissenstransfer hat bei der Entwicklung der Sony-Ericsson-Geräte einen immensen Einfluss“, fügt Ikrath abschließend hinzu.

Quelle: Pressetext